REITSPORT. Da stand Detlev Matuschek mit Schärpen und Medaillen im Gepäck und hielt Ausschau. Die Titelkämpfe um die Ringmeisterschaft im Vielseitigkeitsreiten waren beendet, doch wo blieben die Meister? Auf dem Turnierplatz des Reitclubs Freiburg-Tuniberg erschien niemand, um die begehrten Trophäen aus der Hand des Vorsitzenden des Reiterrings Breisgau- Kaiserstuhl entgegenzunehmen.
Für das Vielseitigkeitsreiten braucht es bekanntlich einen langen Atem. Drei
Teildisziplinen sind zu bewältigen: die Dressur, der Geländeritt über feste
Hindernisse und das Parcoursspringen. Für die lediglich fünf Teilnehmer an der
Ringmeisterschaft in Freiburg-Tiengen erwies sich der Weg zum Lorbeer als zu
weit. Keiner erreichte das Ziel. Schon am ersten Wettkampftag, an dem die
Dressur und der Geländeritt auf dem Programm standen, waren alle Bewerber
ausgeschieden. Dreien verweigerten die Pferde die Gefolgschaft beim Geländeritt,
Anne Lörch (RC Freiburg-Tuniberg), die von allen Teilnehmern am weitesten
gelangte, gab nach einem Sturz vom Pferd auf. Aber auch im Dressurviereck konnte
man ausscheiden. Eine Teilnehmerin musste disqualifiziert werden, weil sie
entgegen dem Reglement ohne Sporen angetreten war. Den Gesamtsieg in dieser
Klasse A-Prüfung, bei der auch 19 Starter aus anderen Reiterringen teilnahmen,
trug Günter Maier vom Markgräfler RV Buggingen davon.
Häme ist dennoch nicht am Platz. Denn wie jeder weiß: Übung macht den Meister.
Da ist die Folgerung: ohne Übung keine Meister nicht ganz abwegig.
Der RC Freiburg-Tuniberg richtet alljährlich das einzige Vielseitigkeitsturnier im hiesigen Reiterring aus. Die Veranstaltung, besonders der Geländeritt, ist demnach Übungs- und Meisterschaftsstrecke in einem. "Der Aufwand ein Vielseitigkeitsturnier zu organisieren, ist für den Veranstalter gewaltig" , erklärt der Vereinsvorsitzende Karl-Heinz Lörch. "Schon Wochen im Voraus kommen Reiterkameraden aus unserem und aus benachbarten Reiterringen, um uns beim Aufbau der Geländestrecken zu helfen. Trotzdem bemühen wir uns, möglichst viele zusätzliche Einsteigerprüfungen anzubieten."
Bei diesen schnitten die Teilnehmer aus dem Reiterring ganz passabel ab:
Doris Franz vom gastgebenden Verein beendete den kombinierten Wettbewerb der
Klasse E als Gesamt-Dritte. Anne Lörch erzielte beim Stilspringwettbewerb der
Klasse E mit teilweise festen Hindernissen die zweithöchste Bewertung. Im
Springwettbewerb der Klasse A mit festen Hindernissen platzierte sich Julia
Breisacher (Bahlinger RFV) als Dritte. Dritte konnte auch Sabine Steinmeier (RC
Freiburg-Tuniberg) im Stil-Geländeritt der Klasse E werden.
Zum Turnierausklang lagen die Hindernisstangen wieder lose auf. Das L-Springen
mit Siegerrunde gewann die Ringmeisterin des Vorjahres: Birgit Engler (RC
Freiburg 99) vor Franz Winter (Bühl) und Markus Franz (RV Weisweil).